Rieben Weine - migliori vini d'Italia

MONFORTE D’ALBA

Als ich im Winter wieder einmal ins Piemont fuhr um vor Ort die überrissenen Barolo Preise zu analysieren, empfand ich die Situation als desolat. Auch wenn man dies nicht direkt von den Produzenten zu hören bekam: von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen, waren die Keller voll von unverkauften zu teuren „hochkarätigen“ Modeprodukten, die Luxuskeller die allenthalben in den Boomjahren aus der Erde geschossen waren, meist fertig gestellt, mit viel zu viel Bankkrediten. Ein berühmter Barolista gab dann auch bald zu: „anni indietro dovevo andare io in banca a chiedere soldi – ora vengono i banchieri direttamente da me….”


Auf der Piazza in Monforte d’Alba, wo man in der Trattoria della Posta früher für ventimilla Lire ausgezeichnet essen konnte, herrschte Katerstimmung. Heute kostet schon un primo piatto mehr als damals un pranzo completo. Von den unanständigen Weinpreisen in allen Oenotheken und Restaurants schon gar nicht zu reden. Doch die Touristen bleiben aus ....“crisi totale“ überall dasselbe Lamento, und “man kann doch nicht für einen normalen Barolo auf dem Tisch doppelt so viel bezahlen wie für ein ganzes Essen ....“ – und in den Weinkellern, mittlerweile viele von ihnen mit Barriquearsenalen verunziert, waren die Preisvorstellungen für Barolo immer noch 25 Euro und mehr („sono cinquanta milla delle vecchie Lire“).


Ich gesellte mich also zu den pensionati in der Bar und auf der Piazza vor der Bar und stimmte ins Klagelied ein und versuchte den Spiess umzudrehen: „Gibt es denn keinen vernünftigen Nebbiolo mehr zu einem anständigen Preis“, fragte ich ein Grüpplein nach dem andern interviewend. Es dauerte nicht lange, da sagte mir ein Bauer, der gerade vom Mercato nach Hause wollte: „venga dietro di me, ho un cugino, lui fa un Barolo come una volta “! “Also ohne Barrique und Merlotzugabe“, fragte ich, „si, un Nebbiolo schietto, come una volta“! Mein „cugino“ bestieg seinen alten Fiat 500. Und wir befanden uns sofort auf dem Weg in eine immer seltener werdende bäuerliche Welt im Piemonte. Bei Giovanni Pira angekommen, war schon nach der Kellereibesichtigung und der ersten Fassprobe klar: das ist der Barolo, den ich lange gesucht hatte, und von dem glaubte, dass er allen Modernisierungstendenzen zum Opfer gefallen war, und dass er nicht mehr existiere. Die bäuerliche Einfachheit war mir auf Anhieb sympathisch. Und ein so grundehrlicher unprätentiöser Landwirt, für den sein Rebberg alles bedeutet, kann nur einen ehrlichen Wein machen. Beileibe kein einfacher Barolo, der im Blindtest bei uns mit ganz grossen Namen immer bei den besten war. Grazie Giovanni Pira !


Etwas schwieriger wurde es dann nach der Degustation der Musterflaschen zuhause um den Wein zu bestellen: Fax und e - mail haben bei famiglia Pira keinen Platz. Für mich selbst liegt diese Erfahrung auch Jahre zurück: ich bestellte das erste Palett mit einem normalen Brief per Post. Und es dauerte eine geraume Weile, bis die Rechnung kam .......

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PIEMONTE - GIOVANNI PIRA

Geschichten und Erlebnisse

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