Rieben Weine - migliori vini d'Italia

LIDO DI NOTO

Vor dem grossen kalifornischen Zinfandel Boom anfangs der neunziger Jahre wurden in der Absatzspitze Italiens, in der Puglia, noch hektarweise alte Primitivo Rebbestände gerodet, weil die Rodungsprämien der europäischen Union scheint’s die Verschnittrebsorte für die lokalen Winzer uninteressant machten. Scheinbar. Heute sieht’s ganz anders aus. Nach einem fast erbittert geführten Namenrechtsstreit der kalifornischen gegen die pugliesische Weinkultur hat man sich wenigstens wissenschaftlich mittels DNS Analyse darauf geeinigt, dass die beiden Rebsorten verwandt, ja identisch seien. Die den Pugliesen gefallende Version, dass wahrscheinlich ein süditalienischer Emigrant die Traubensorte im Gepäck über den Ozean mitgenommen hatte, wollte den Amerikanern nie so recht behagen. Sie behaupteten stets, dass es sich beim Zinfandel um eine ursprünglich amerikanische Rebzüchtung handle, die von den Pugliern nur kopiert worden sei - etwas dreist, wenn unbestritten ist, dass die vitis vinifera ursprünglich aus Mesopotamien stammt, und über den Balkan (Herzegowina) zuerst nach Süditalien gelangt war. (In Kroatien werden aus der Sorte Plavac mali heute sehr ähnliche Weine gekeltert).
Von den in der umfangreichen Literatur konstatierten gegensätzlichen wissenschaftlichen Meinungen scheint mir die plausibelste eine „unwissenschaftliche“ zu sein, diejenigen des Oenologen Bruno Garofano: „più che essere fratelli lo zinfandel e il primitivo, mi sembra che sono cugini“ ! -schliesslich sind aus der Sicht der Italiener auch die Franzosen ihre cugini ....!
Der Primitivo ist von seiner Etymologie her zu schliessen die frühreifende Sorte (lat. primitiae - die ersten frühesten). Der Primitivo reift als erster, viel früher als der Negroamaro oder die Malvasia.

Auch hier verbindet mich eine persönliche Beziehung mit diesem Weingut. Ein Neffe der ersten botteghaia in unserer zweiten Heimat in der Toscana in Casalino, heisst Fabrizio Moltard. Gebürtig aus Vallombrosa hat er seine Lehrjahre im nahen Castello di Nipozzano bei Frescobaldi gemacht. Angelo Gaja hat ihn dort abgeworben, um seine neuen Rebbergbepflanzungen im Brunello und anschliessend in Castagneto Carducci in der Maremma kompetent überwachen zu lassen. Seit zwei Jahren ist er freiberuflich tätig - arbeitet auf Mandatsbasis weiterhin für Gaja und einige handverlesene andere. Wenn das kein Versprechen ist ...! In Casalino kannte man Fabrizio schon bevor er berühmt war. Und was der aus teils über 60 - jährigen Weinbäumchen in der Manduria hervorzaubert ....chapeau !



Zum Wohl !



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PUGLIA - MASSERIA LA CORTE

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